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Waschungssaal
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Die Pläne der Moschee/Schule Ikelane basieren sich auf einen Abhang einerseits und auf einer Gasse andererseits. was
einmalig ist in Marokko ja sogar weltweit. Trotzdem basiert sich die Konstruktion auf den Bauelementen — Stampferde — welche man für alle alten
Moscheen in vorsaharauischen Gegenden verwendete.
Im Waschungssaal gibt es einen Brunnen und verschiedene kleine Abteile; davon eines wo das Wasser in
Kesseln aufgewärmt und ein anderes wo das Holz zum Heizen gelagert wurde. Ein Anderes war für die kleinen Waschungen (Hände, Mund, Nase, Gesicht,
Arme, Kopf, Ohren und Füße) bestimmt und zusätzliche private Abteilungen für die großen Waschungen (ganzer Körper nach dem
Geschlechtsakt) reserviert.
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Gebetssaal
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Im Gebetssaal befindet sich ein nach Mekka ausgerichteter ‟Mihrab”, eine Nische,
die neben dem ‟Minbar” errichtet ist, die Kanzlei, von welcher aus der Imam am Freitag seine Predigten hält. Der Boden in diesem großen
Raum ist mit Matten fürs Beten belegt.
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Decke im «Tamerouaht» Stil
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Das Decke des Gebetssaals, aus Khol- und Henna gefärbtem Oleanderholz gefertigt, wird von 24, aus Lehmziegeln und Gips
verputzten Säulen gestützt.
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Kuppel
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Eine zentrale Luke sorgt für Licht und Belüftung im Gebetssaal, der selbst durch eine schöne
Kuppel mit Fenstern an allen Seiten, vollendet ist.
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Klassenzimmer
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Auf der Terrasse wurde Unterricht erteilt, und da es zu dieser Zeit in der Region sehr wenige Moscheen
mit einem Minarett gab, wurde von der Terrasse aus auch zu den Gebeten aufgerufen.
Drei Zimmer dienten zum Logieren der, aus weit entlegenen Dörfern stammenden Studenten.
Wie alle Moscheen in diesen Gegenden wurde auch die Moschee von Ikelane nur von Männern frequentiert. Frauen verrichteten
Ihre religiösen Pflichten zu Hause oder in Marabuts.
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Moschee Ikelane

Sicht von der Terrasse
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Wann genau die Moschee Ikelane gebaut wurde, ist nicht bekannt. Sie scheint sehr alt zu sein, jedoch lässt der
architektonische Baustil vermuten, dass sie in der zweiten Hälfte des XX Jahrhunderts, als in der Region die Verwendung von Gips aufkam, erneut errichtet wurde.
Das Gebäude erfüllte vier verschiedene Funktionen, so als:
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Gebetshaus des Ikelane-Viertels, die Moschee von einer der vier Sippschaften die im Ksar Afanour zu Hause sind.
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Koranschule für die Dorfkinder.
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Theologie-Hochschule, hier wurde ein großer Teil der Koranmeister des Südens Marokkos ausgebildet.
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Wohnhaus für die Studenten, die aus den weiter entfernten Dörfern kamen.
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Vom Regen verursachte Schäden

Wiederaufbau
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Die Moschee und die Koranschulen waren bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts benutzt, dann wurde bis 1998 nur
noch die Moschee benutzt und schließlich ließ man das gesamte Haus verfallen. 2005 hat die Vereinigung von Afanour für die Dorfentwicklung die Gemeinde Tinghir und die
touristischen Vereinigungen der Stadt um einen finanziellen Beitrag gebeten um das Monument zu restaurieren. Nur das Hotel Tomboctou hat daraufhin einen Betrag von
DH 3000 gesprochen welcher es ermöglichte das Dach und den Gebetssaal zu restaurieren. Die Vereinigung fand daraufhin die Mittel um die zum Teil eingestürzten Teile
restaurieren zu können...
Der schlechte Unterhalt und vor allem die starken Regenfälle im Dezember 2006 führten zum Einsturz einer Mauer und eines
Teils des Daches des Waschungsaales. Dank der Mithilfe von zwei katalanischen Archithektengruppen welche die Gegend im März 2007 besuchten und das Projekt mit einem Betrag
von 32 345 DH unterstützten konnten die eingestürzten Teile wieder aufgebaut werden.. Dieser Betrag reichte nicht um die sehr in Mitleidenschaft gezogenen Fassade zu
restaurieren. Was den überdeckten Eingang angeht wurde dieser 2005 neu erstellt benötigt aber heute einen weiteren, weitergehenden Eingriff. Die Arbeiten begannen im
April 2014 mit einem Budget von 10 000 DH.
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Überprüfung der Arbeit der Medresse Ikelane
Am 20.März 2014 begann Herr Addi, der Verantwortliche der Moschee die notwendigen Materialien für den Umbau
rund um die Moschee zu sammeln um - bei der nächsten Wassertour im Gebiet - mit dem Umbau beginnen zu können.
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Am 8.April, mit der Ankunft der jeweils alle drei Wochen stattfindenden Wasserverteilung begann Herr Addi
mit der Restaurierung der drei Pfeiler welche sich in äusserst schlechtem Zustand befanden sowie der dazugehörenden Terrasse.
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Am 2. Mai, als die neuen Stützen fesrtiggestellt waren begann Addi und seine Helfer den Eingang zur Moschee zu
überdachen.
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Am 20. Mai wurden die Arbeiten der Restaurierung des Eingangs zur Mosschee komplett beendet. Die benötigten
10'000DH welche budgetiert waren und vom Hotel Tomboctou bereitgestellt wurden sind aufgebraucht.
Es steht nun die Restaurierung der Fassade an. Diese Arbeiten werden zu gleichen Teilen finanziert vom Maison
d’hôte von El Khorbat sowie aus privaten Mitteln von Edi Kunz, Teilhaber am Hotel Tomboctou und Reiseveranstalter.
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Am 12. Juni begann die Beschichtung der Fassade mittels einer Schicht Pisé (Erde mit Stroh und Wasser)
nachdem vorgängig die schlimmsten Abrisse mittel derselben Materialien ausgebessert wurden.
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Jetzt ist die Arbeit erledigt.
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